Namibia – die Perle Afrika´s.

namibia-flagWenn mich wieder einmal das Fernweh packt, ein Urlaub aber gerade nicht möglich ist, versetze ich mich gedanklich in meine vergangenen Auslandsaufenthalte, um tolle Reisen wieder innerlich aufleben zu lassen. Ein wesentliches meiner vielen Reise-Highlights war ein Auslandssemester in Zuge meines berufsbegleitendes Studiums. Wohin die Reise ging? In das ferne Afrika! Meinen damaligen Job beendet, plante ich nun einen Auslandsaufenthalt in Windhoek / Namibia  und versuchte mir das Auslandsstudium von Österreich aus zu organisieren, was sich als recht schwierig erwies. Ich entschloss mich dazu – ohne fixen Studienplatz – erst einmal nach Namibia zu fliegen, eine meiner besten Freundinnen in der Hauptstadt Windhoek zu besuchen und mich von dort aus auf der Uni einzuschreiben. Beim Hinflug unsicher, ob mein Plan aufgehen würde, blieb ich schlussendlich erlebnisreiche fünf Monate in Namibia, und zwar von Februar bis Juni 2012 und kann nur eines sagen: Es war einer der besten Zeiten meines Lebens.

Ich habe viel erlebt, gesehen und tolle Leute kennengelernt und möchte meine Erfahrungen in den nächsten Wochen in diesem Blog mit euch teilen. Bevor ich aber von meinen Reiseerlebnissen berichte und auf spezielle Unterkünfte eingehe, möchte ich mit einigen „Lektionen“ starten, um euch mit der Kultur des Landes vertrauter zu machen. Zum einen setze ich mich mit den spannenden Möglichkeiten der Fortbewegungsmittel auseinander, gebe einige Touristen-Tipps und schreibe über Gegensätze des Landes, die mich heute noch immer innerlich bewegen und beschäftigen. Und zusammengefasst kann nur sagen: 5 Monate waren absolut nicht ausreichend.

Auf geht’s…

Ein neues Land – dieselben Fortbewegungsmittel – anderer Ablauf…

TaxiTaxi fahren in Windhoek – immer ein Erlebnis.
Da ich anfangs kein eigenes Fortbewegungsmittel hatte, griff ich auf ein uns bekanntes Transportmittel zurück: Dem Taxi. Und da das Taxifahren in Namibia ein ganz besonderes Erlebnis ist, sollte dieses jeder Besucher ausprobieren. Kurz beschrieben: Taxi fahren in Windhoek ist vergleichbar mit einem österreichischen Hop-on Hop-off Bus, nur ohne Tourist-Guide 🙂 Also, Abfahrt!

  • Die erste Überlegung gilt der Fahrtrichtung: In welcher Richtung liegt mein Ziel bzw. in welchem Ortsteil? Gut – nun heißt es sich in Fahrtrichtung an der Straße zu positionieren und auf ein heranfahrendes Taxi zu warten.
  • Sobald ein Taxi seines Weges kommt,  muss es natürlich auf dich aufmerksam werden. Das geht ganz einfach: Hand ausstrecken und somit dem Fahrer zeigen: Ich möchte mitfahren!
  • Zu 90% – also wenn das Taxi „frei“ ist – bleibt das Taxi am Straßenrand stehen und du nennst dem Fahrer dein Ziel (sei es ein Stadtteil oder in meinem Fall oft entweder die Universität, das Fitnesscenter, die Innenstadt oder das Einkaufszentrum.)
  • Wenn das genannte Ziel dem Fahrer in seine „Route“ passt, darfst du zusteigen und mitfahren. Wenn nicht, dann heißt es aufs nächste Taxi warten.
  • Nun kommt das Hop-on Hop-off Feeling auf: Einmal Platz genommen, steigen andere Personen entweder zu oder wieder aus, je nach angegebenen Ziel.
  • Ich wurde ab und zu auch in ein Gespräch mit dem Taxifahrer oder den Beifahrern verwickelt. Es geschieht auch, dass sich der Taxifahrer „etwas vergisst“ und lauthals zur Radiomusik mitsingt. Das war manchmal recht amüsant 🙂
  • Zu den Kosten: 2012 haben sich Strecken entweder exakt auf 8 oder 16 Namibia-Dollar beschränkt, abhängig von der Länge der Fahrtstrecke. Preiserhöhungen haben sich rasch herum gesprochen, einfach Ohren offen halten, dies war in meiner Zeit einmal der Fall.
  • Nach 16.30 Uhr ist es meist recht schwierig wieder ein Taxi in bestimmte Stadtteile zu bekommen, da zu dieser Uhrzeit Taxis nicht mehr oft genutzt wurden. Ich wollte 1 – 2 Mal zu dieser Uhrzeit nach Hause in meinen Stadtteil gebracht werden und wurde nur aufgrund meiner Überredungskünsten mitgenommen.
  • Grundsätzlich sollte immer etwas mehr Zeit eingeplant werden, um pünktlich zu den jeweiligen Treffpunkten (in meinem Fall oft die Unikurse) zu kommen – ein gewisses Maß an Entspanntheit ist auf alle Fälle wichtig!
  • Wichtig ist hier die Karte der Stadtteile, diese zu kennen und zu nennen, ist oft hilfreich:

Und sonst gibt es natürlich Autos und Busse als Fortbewegungsmittel. Ach ja – es ist übrigens Linksverkehr! Busse hab ich nie ausprobiert, um ehrlich zu sein. Beim Flughafentaxi würde ich dann

Rad fahren – Sicherheit geht vor
Etwas später habe ich auch ein Fahrrad von Freunden geborgt, da waren kürzere Strecken einfacher zu bewältigen. Ganz wichtig: Sicherheit wird in Windhoek ganz groß geschrieben, daher ist immer ein Radhelm zu tragen. Und wie es der Zufall so will, wurde ich natürlich einmal ohne Helm aufgehalten und musste fast Strafe zahlen, doch konnte ich den Polizisten (mit meinem Charme? 😉 ) davon überzeugen, dass ich zukünftig wirklich, wirklich einen Radhelm tragen werde. Den Polizisten milde gestimmt, ließ er mich von dannen ziehen. So musste ich mir einen Radhelm organisieren, denn: Sicherheit geht vor und ich wollte definitiv nicht noch einmal aufgehalten werden…

Und sonst….

MBA KlasseStudieren auf der NAMIB University: Ich habe auf der Uni einige Kurse belegt und auch im Zuge eines MBA´s Kurse wahrgenommen. Tja, und ich war anfangs – das muss ich hier jetzt mal zugeben – echt mit der Situation überfordert. Am Einschreibtag, gefühlt die einzige weiße Person am ganzen Campus, stand ich regelrecht vor der Herausforderung einen Stationenlauf zu absolvieren. Bei Station 1 wurde der Name genannt, bei Station 2 der Kurs gewählt, bei Station 3 musste man in einer von unzähligen Sesselreihen warten, bis man an der Reihe war und sich zum Kurs anmelden konnte (1 Kurs / Tisch & Sesselreihe), bei Station 4 wurde der Pass hergezeigt bzw. das Studentenvisum beantragt, bei Station 5 wurde die Rechnung für die Kurse abgeholt und bei Station 6 eine Finanzierung vereinbart. 2 – 3 Tage sind hier definitiv einzurechnen und ich war etwas verzweifelt ob das noch klappen würde. Meine Verzweiflung musste man mir angesehen haben, denn eine Lehrerin hat sich meiner erbarmt und mich bei diesem Hürdenlauf unterstützt.

Und tatsächlich war ich nach ca. 2 Wochen (mit Warten, Bezahlen, mehrmals auf die Uni fahren…) eingeschrieben! Ich habe schlussendlich auf der UNAM einen Kunstkurs (Visual & Performing Arts) besucht und auch ein Semester im Rahmen eines MBA´s auf der Namibian Business School absolviert. Ich wurde von den anderen Studenten zu Beginn sehr skeptisch beäugt und ich kam mir schon sehr, sehr anders vor…doch die Startschwierigkeiten und anfängliche Skepsis überwunden, kann ich von einer tollen Zeit mit vielen, vielen Sonnenstunden, lieben Studienkollegen (ich hatte sogar eine eigene „Clique“ 🙂 ) und einem erfolgreich abgeschlossenen Semester berichten.

Die Haare sind nicht echt!!! Ich habe im Zuge meines Studiums eine liebe Freundin aus Sambia kennengelernt und war tatsächlich überrascht, dass es glatte Haare bei Afrikanern nicht gibt und das Glätten kaum möglich ist. Sie hat mich in den „Friseur-Prozess“ eingeweiht. Es läuft so ab, dass man in ein „Haar-Geschäft“ geht und sich dort Haare aussucht, es gibt Haare von höherer und niedrigerer Qualität. Die indischen Haare sind angeblich von besonders guter Qualität. Diese Haare nimmt Frau zum Frisör und sie werden in den Haaransatz eingearbeitet. Waschen ist dann kaum notwendig – wird eine neue Frisur gewünscht, da die alte z.B.: nicht mehr gut aussieht, wird zwischenzeitlich auch mal eine Perücke verwendet. Dann beginnt der „Haar-Prozess“ von vorne.

Trinkgeld: Ich schreibe hier meine persönliche Meinung, für Kommentare bin ich offen. Oft kommen Touristen nach Namibia und geben immens viel Trinkgeld – aus der Sicht der Einheimischen. Auch wenn uns der Betrag sehr gering erscheint, ist dieser für Einheimische überdurchschnittlich hoch. Ich finde Trinkgeld geben ist sehr wichtig und spreche daher folgende Empfehlung aus:

  • Wärter am Parkplatz: Es gibt immer „Aufpasser“, die Trinkgeld möchten und im Gegenzug versprechen auf die Autos aufzupassen, was sie auch tatsächlich tun. Ein gängiger Trinkgeld-Betrag ist (bzw. waren damals) 1 – 2 Namibia-Dollar (entspricht nur 10-20 Euro-Cent). Erscheint für uns wenig, aber ist absolut ausreichend. Sollten sie in Touristenregionen mehr verlangen, dann deshalb weil Touristen einfach mehr geben und dadurch ein Gewohnheitseffekt entsteht.
  • Meine grundsätzliche Empfehlung ist, nie mehr als 10 Namibia-Dollar (=ca. 1 €) als Trinkgeld (Hotel etc.) zu geben.

Fragen dazu? Ich freue mich über aktuelle Berichtigungen bzw. Ergänzungen…Ich lese in anderen Berichten oft, wie gefährlich dies und das sei, doch habe ich mich nie unsicher gefühlt. Es hängt auch immer von einem selbst ab, wie man anderen Menschen begegnet oder Wertgegenstände offen zur Schau stellt….

Fortsetzung folgt….

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